Archive for the ‘Historisches’ Category

„Inbegriff der Nächstenliebe“?

Mittwoch, August 25th, 2010
Mutter Teresa 1986 / Turelio (CC Lizenz)

„Inbegriff der Nächstenliebe“ oder „Todesengel von Kalkutta“? Zur Legendenbildung um Mutter Teresa im Spannungsfeld zwischen Wunschdenken, nützlicher Instrumentalisierung und Wahrheit anlässlich ihres hundertsten Geburtstags.

Bei der großen Anzahl an Verlautbarungen über die „Missionarin der Nächstenliebe“, welche sich zu gegebenem Anlass (am 26. August 2010 wäre Mutter Teresa hundert Jahre alt geworden) in medialer Vielfalt über uns ergießen, erscheint eine weitere mehr als überflüssig zu sein – wenn da nicht ein entscheidendes Manko zu beklagen wäre: In der Flut der Ehrerweisungen, Huldigungen und Verherrlichungen der Jubilarin gehen eventuell geäußerte kritische Anmerkungen und Hinterfragungen zu ihrer Tätigkeit und ihrem vornehmlich aus katholischer Sicht gezeichneten Bild völlig unter. Dabei erscheinen bei genauerer Betrachtung die ganzen Brimborien um den Personenkult mehr als fragwürdig, und damit tut ein deutlicher Widerspruch umso mehr Not.
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Wir und sie

Montag, August 9th, 2010

Nach den Aufregungen des Tages, der Überquerung der Grenzen mit all den zahllosen Paß- und Zollkontrollen konnte man sich nun, da alles überstanden war und der Zug ruhig durch Belorußland rollte, endlich ausruhen. Es war spät, Zeit zum Schlafen, doch Erinnerungen verscheuchten den Schlaf.

Mir fiel aus irgendeinem Grunde eine Beratung im Säulensaal des Gewerkschaftshauses ein. Sie war vor etwa sieben oder acht Jahren unter dem Motto „Kampf zweier Welten“ durchgeführt worden. An der Beratung nahmen viele Wissenschaftler teil. Akademiemitglied Joffe hielt das Referat und sprach von den Städten der Zukunft und der Rolle, die in der Entwicklung der menschlichen Zivilisation der Energie zukommt. Es gab noch viele andere Referate, die der Nutzung der Errungenschaften von Wissenschaft und Technik gewidmet waren. Strahlcnde Perspektiven eröffneten sich unserem Land, gleichzeitig verwiesen die Redner auf die Stagnation in den kapitalistischen Ländern. auf die Fäulnis der kapitalistischen Gesellschaft. (mehr …)

Die Würde der Frauen

Dienstag, Juli 6th, 2010

Wenn man davon spricht, dass durch die Einbeziehung der Frauen in den Produktionsprozess die Würde der Frauen verletzt wird, so möchte ich sagen: Man kann der Frau nichts Unwürdigeres zumuten, als das unbezahlte Dienstmädchen des Mannes zu sein. Es gibt nichts, was mehr die Würde der Frau als Mensch verletzt, als sie zu einem solchen Dienstleistungsobjekt zu degradieren.

  1. Otto Grotewohl vor der Provisorischen Volkskammer der DDR in: Otto Grotewohl im Kampf um die einige Deutsche Demokratische Republik. Reden und Aufsätze. Bd. II; Seite 38

Studentin mit Kind

Dienstag, Juli 6th, 2010

Potsdam-Babelsberg in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts. In Villen, die früher von Filmschauspielern bewohnt wurden, sind die Studentenheime der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften untergebracht. Eine Mensa ist zusätzlich gebaut worden.

»Leisten konnten wir uns nicht viel, aber Miete und Essen waren spottbillig. Eine Flasche Wein war auch immer wieder mal drin — wir haben in unserem Leben nie wieder soviel gefeiert wie in Babelsberg«, erinnert sich Ruth. (mehr …)

Für die Befreiung der Frau!

Dienstag, Juli 6th, 2010

Bürgerin Zetkin, Abgeordnete der Arbeiterinnen von Berlin, ergreift unter lebhaftem Beifall das Wort über die Frage der Frauenarbeit. Sie erklärt, sie wolle keinen Bericht erstatten über die Lage der Arbeiterinnen, da diese die gleiche ist wie die der männlichen Arbeiter. Aber im Einverständnis mit ihren Auftraggeberinnen werde sie die Frage der Frauenarbeit vom prinzipiellen Standpunkt beleuchten. Da über diese Frage keine Klarheit herrsche, sei es durchaus notwendig, daß ein internationaler Arbeiterkongreß sich klipp und klar über diesen Gegenstand ausspreche, indem er die Prinzipienfrage behandelt. (mehr …)