Archive for the ‘Israel – Palästina’ Category

Zionismus als Staatsdoktrin

Dienstag, Oktober 12th, 2010
Vom Staat vereinnahmt und vernachlässigt: Holocaust-Überlebende in Israel verlangen angemessene Unterstützung (Protestmarsch in Jerusalem, August 2007)
Foto: AP

Vorabdruck. »›Antisemit!‹ Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument«. Israel gilt manchem als Schutzmacht und Heimstätte schlechthin aller Juden. Doch wie ist es tatsächlich um das Verhältnis Israels zu Antisemitismus und Shoah-Überlebenden bestellt?
Von Moshe Zuckermann

»Noch nie ist der konstruierte Zusammenhang von Zionismus, Israel, Shoah, Antisemitismus und Nahostkonflikt so weidlich instrumentalisiert, perfide ausgekostet und schändlich mißbraucht worden wie im gerade abgelaufenen ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts« (Aus dem Vorwort). Eine solche Situation bedarf der kritischen Klärung, und mit Moshe Zuckermanns »›Antisemit!‹ Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument« erscheint in diesen Tagen im Wiener Promedia Verlag ein wichtiger Beitrag dazu. jW veröffentlicht die ersten beiden Kapitel des Buches, leicht gekürzt und mit Zwischenüberschriften versehen, vorab. Das Buch wird am 23. Oktober um 19 Uhr in der jW-Ladengalerie (Torstraße 6, Berlin-Mitte) in Anwesenheit des Autors vorgestellt. (jW)

(mehr …)

… den ich mit aufgebaut habe!

Mittwoch, September 29th, 2010
Reuven Moskovitz (Holocaust-Überlebender)

Es ist allenthalben von »Menschenrechten«, »Reisefreiheit«, »Bildung« etc. die Rede. Um so unerträglicher ist es da für mich, miterleben zu müssen, wie Gaza durch Israel blockiert wird –all das wird den Menschen dort nämlich vorenthalten. Ich bin aber Bürger des Staates, der dies zu verantworten hat – und den ich mit aufgebaut habe! Deshalb begebe ich mich auf diese Seerreise nach Gaza, trotz meines Alters, egal welche Konsequenzen das für mich hat.

  1. JungeWelt vom 28.09.2010; S.8

Gascoup im Mittelmeer

Montag, August 23rd, 2010
Libanesischer Grenzposten
in Adaissah. Durch die Ölför-
derpläne Israels droht der
Dauerkonflikt zwischen den
beiden Staaten erneut zu
eskalieren
Foto: AP

Gigantische Vorkommen des Energieträgers im Küstenbereich sorgen für neuen Zündstoff in Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon
Von Raoul Rigault
Nach dem blutigen Gefecht zwischen israelischen und libanesischen Grenztruppen Anfang des Monats ist das Verhältnis zwischen beiden Ländern so gespannt wie seit dem Krieg im Juli 2006 nicht mehr. Zur ständigen Verletzung des libanesischen Luftraums und der andauernden Besetzung der Shebaa-Farmen durch Tel Aviv kommt nun ein weiterer Streitpunkt hinzu: die enormen Erdgasvorkommen der Felder Dalit, Tamar und Leviathan, die in einem umstrittenen Seegebiet bis zu 130 Kilometer vor der Küste von Haifa beziehungsweise Tyros lagern.

Es sind die größten bislang nachgewiesenen Erdgasreserven im Mittelmeer. Gesamtumfang etwa 800 Milliarden Kubikmeter, aktueller Marktwert, 100 Milliarden Dollar (78 Milliarden Euro). Da beide Staaten kaum über eigene Energievorkommen verfügen, besitzen die Lagerstätten hohen strategischen Wert und könnten den Konflikt eskalieren lassen. (mehr …)

Die falschen Freunde Israels

Sonntag, Juli 4th, 2010

Ein Beispiel hierfür findet sich in einem Streitgespräch in der Zeitschrift »konkret«. Thomas Ebermann diffamierte kritische Positionen von Politikern der LINKEN zur offiziellen israelischen Politik als antisemitisch: »Es gibt für mich keinen Grund, nicht Worte der Wertschätzung zu finden für Leute in der Partei (die LINKE, d. Verf.), die den Antisemitismus von Gehrcke und Paech und Lafontaine thematisieren.« Angriffe wie dieser sind verlogen und verletzend. Schlimmer noch: Sie verhindern jede politische Auseinandersetzung, weil Antisemitismus indiskutabel ist. (mehr …)

Die Abwertung der Araber

Dienstag, Juni 29th, 2010

Dieser kolonialistischen und nationalistischen Einstellung der »weißen Siedler« entsprach die Abwertung der arabischen Bevölkerung Palästinas; sie steckt schon in der Behauptung, Palästina sei praktisch unbesiedelt gewesen, als die jüdischen Siedler ins Land kamen. Auch Ben-Gurion vertrat diese These: »Die erste Alija kam in ein menschenleeres, hier und dort mit elenden Hütten bebautes Land. Jerusalem war ein verfallendes Dorf, wo Slums mit vernachlässigten Denkmälern abwechselten. Die Erde Palästinas trug so gut wie nichts, und seine Bewohner waren in der Hauptsache wandernde Stämme, die, ohne Grenzen zu beachten, die verödeten Teile des Nahen Ostens durchzogen.« (mehr …)